Download

 

 




Niefernheim



Siedlung Reinshagen



National Register of Historic Places listings in Somerset Co



Benutzeravatar
Bachlauf
Beiträge:769
Anzeigen mit:
Bewertung:
Aufrufe:9017
Erstellt am:
03 Feb 2008, 14:43
Land:
Vereinigte Staaten von Amerika
Diesen Beitrag melden





In der Ard lief am 27. Januar 2008 eine unglaubliche Doku "Die mächtigste militärische Dienstleistungsfirma der Welt"

Fragwürdiger Kampf gegen den Terror

Blackwater-Gründer Erik Prince bei einer Anhörung im US-Kongress. Bild: EPA/STEFAN ZAKLIN Bildunterschrift: Blackwater-Gründer Erik Prince bei einer Anhörung im US-Kongress. ]
Sie verdienen 650 Dollar am Tag und haben eine Lizenz zum Töten. Dafür schießen Blackwater-Männer auf alles, was sich bewegt - ohne zu zögern. Travis Haley, ein ehemaliger Blackwater-Angestellter erinnert sich an einen Einsatz im Irak: "Irgendwann hatten wir sie alle ausgelöscht. Als mir das klar wurde, sagte ich, mein Gott das ist ja wie Tontaubenschießen."
Es sind jedoch höchst lebendige Tontauben, denen die Schüsse der Hecken-Schützen im Auftrag der US-Regierung gelten.
Schüsse auf Zivilisten

Bildunterschrift: ]
Ein irakischer Zivilist, der bei Haleys Einsatz verwundet wurde, schildert die Situation: "Niemand hat sie beschossen, niemand hat sie angegriffen. Sie fingen einfach an willkürlich auf Menschen zu schießen. Viele starben direkt auf der Straße. Ich bin in mein Auto gesprungen und fuhr los, aber sie schossen einfach weiter."
Im Irak haben Blackwaters Milizen haben nur den einen Auftrag: amerikanisches Leben zu schützen - das eines einheimischen Zivilisten zählt wenig.
Unbequemes Enthüllungsbuch

Bildunterschrift: Journalist Jeremy Scahill hat sich mit der Blackwater Organisation von Blackwater beschäftigt und ein Enthüllungsbuch veröffentlicht. ]
Jeremy Scahill, Journalist und Autor, hat in seinem unbequemen und höchst detailversessenen Enthüllungsbuch "Blackwater- die mächtigste militärische Dienstleistungsfirma der Welt" die fragwürdigen Machenschaften der Blackwaters im Irak dokumentiert. Er kennt die Hintergründe: "Wenn Blackwaters Leute Iraker umbringen, dann versichert ihnen das State-Department: Nichts von dem, was ihr sagt wird, vor einem Gericht gegen euch verwendet werden. Das Justizministerium hat jüngst dem Kongress mitgeteilt, dass es kein Gesetz gibt, um Blackwater für seine Verbrechen zur Rechenschaft zu ziehen, nicht nach militärischem Recht, nicht nach Zivilrecht. Die USA haben dafür gesorgt, dass die irakischen Behörden sie nicht als Mörder im eigenen Land anklagen können und internationales Recht erkennt die Bush-Administration nicht an. Kurzum: Diese Leute stehen jenseits allen Rechts"
Christlicher Auftrag im Kampf gegen das Böse

Ein Schild, auf dem eine rot umrahmte schwarze Tatze zu sehen ist: Das Symbol der Blackwater-Organisation. Bild: MDR Bildunterschrift: Die rot umrahmte Tatze ist das Blackwater-Symbol. ]
Die Tatze, das Blackwater-Symbol, garantiert in den Vereinigten Staaten Immunität. Für die 2.000 Kämpfer der von der Regierung Bush mit öffentlichen Mitteln angeheuerten Privatarmee gilt Straffreiheit, selbst wenn es um Mord geht. Im Zentrum steht Firmengründer Erik Prince. Als er wegen des September-Massakers vor dem Kongress befragt wurde, berief er sich auf seinen christlichen Auftrag, auf den "Kampf gegen das Böse." Jeremy Scahill sieht die Mission deutlich profaner: "Blackwater spendet viel Geld, an die rechtsgerichteten Kreise der Republikaner, an rechtsgerichtete christliche Zirkel. So entsteht ein ganz eigenes System: Das Pentagon selber, das State-Department, kann zwar keine Spenden an sich selber geben, aber Blackwater kann das natürlich. So bekommt Blackwater Milliarden von Dollars und gibt nicht unerhebliche Teile davon zurück in die Wahlkampkassen jener Politiker, die den Krieg erst möglich machen."
Kritik ist unerwünscht

Beth Brockmann, Demontrantin gegen Blackwater-Aktivitäten im Irak. Bild: MDR Bildunterschrift: Die Demonstrantin Beth Brockman wurde verhaftet, weil sie in einem Laienspiel die Taten von Blackwater im Irak nachstellte. ]
Es sind offenkundig mächtige Allianzen, gegen die zu protestieren unangenehme Folgen haben kann. Wie zum Beispiel eine Protest-Aktion am Eingang des Blackwater-Exerzierplatzes, der in einem hermetisch abgeschirmten Torfmoor in North Carolina liegt: Sieben wackere Demonstranten stellen den blutigen Einsatz von Erik Princes Privatarmee an den Pranger. Dieses Aufsehen weiß die amerikanische Justiz jedoch schnell zu unterbinden. Der Sheriff rückt an. Fünf Tage Untersuchungshaft folgen. Und damit nicht genug: Am letzten Dienstag begann die Hauptverhandlung vor 17 Geschworenen. Beth Brockman, eine der Demonstranten, sagt kurz vor der Gerichtsverhandlung:
"Wir haben nur versucht, das schreckliche Massaker, das Blackwater im Irak am 16. September 2007 begangen hat, so gut wir konnten, nachzustellen. Wir wollten es für die Amerikaner sichtbar machen, da wir in den Nachrichten keine Bilder darüber sehen, dass irakische Zivilisten getötet werden."
Eine eigenwillige Logik der US-Justiz

Peter DeMott ist einer der Demonstranten. Bild: MDR Bildunterschrift: Peter DeMott, einer der Demonstranten, fürchtet sich nicht vor dem Gefängnisaufenthalt. Dennoch scheint es eine Farce: Die Blackwater-Männer isnd frei, während die, die gegen deren Methoden demonstrieren, verurteilt werden. ]
Das Votum der Jury: schuldig! Hausfriedensbruch und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Vor der Verkündung der Strafe am nächsten Morgen - ein Vierteljahr Knast ist zu erwarten - sitzen die Angeklagten noch einmal zusammen. Peter DeMott, einer Beschuldigten, nimmt es gelassen: "Es ist eigentlich nichts Neues, für keinen von uns. Wir sind alle vorher schon einmal im Gefängnis gewesen. Einer von uns sogar drei Jahre. Bei uns werden es vielleicht ein paar Monate werden, aber nicht wirklich lang."
Es ist schon eine sehr eigene Logik: diejenigen, die das Blutvergießen nicht ertragen, sind nach US-amerikanischem Recht schuldig. Diejenigen, die 17 unschuldige Menschen erschossen, sind unbescholtene Bürger, Günstlinge der Macht.
Gefährliche Ideologie

Demonstranten mit einem TRansparent, auf dem zu lesen ist: "Blackwater - Out of Iraq" Bild: MDR Bildunterschrift: Erleichterung bei den Demonstranten: Sie werden nach fünf Tagen entlassen. Doch ihre Forderungen werden sich wohl nicht durchsetzen lassen. ]
Jeremy Scahill beschreibt die Blackwater Ideologie so: "Wie steht es eigentlich mit dem Terror, der von jenen Leuten ausgeht, die sich selbst als Christen bezeichnen und den Irak bombardieren, besetzen, ihn wie sie sagen, in einem Kreuzzug erobern? In vieler Hinsicht entspricht Blackwater Bushs religiöser Doktrin. Das ist Bushs Christentum: christliche Vormacht - und sei es durch Mord."
Am Morgen nach der Verurteilung rollen die Demonstranten noch einmal ihre Transparente aus. Sie treffen sich zu einem letzten Gebet. Und dann ein kleines Wunder. Der Richter lässt sie laufen. Fünf Tage Untersuchungshaft seien genug. Freude kommt dennoch nicht auf, denn Blackwaters Truppen töten ungestraft weiter.

Buch-Tipp:

Jeremy Scahill:
"Blackwater. Der Aufstieg der mächtigsten Privatarmee der Welt."
Verlag Antje Kunstmann 2008.
ISBN-10: 3.888.975.123
ISBN-13: 978-3888975127



Quelle: http://www.daserste.de/ttt/beitrag_dyn~uid,zqce6wqqv1wqmszt~cm.asp

schneller mehr wissen - Lexikon definero :!: jetzt auch für Firefox 6.0.1

Mathse
Beiträge:175
Erstellt am:
06 Aug 2009, 18:38
Mit Zitat antworten
Diesen Beitrag melden

Re: Blackwater - die größte Privatarmee der Welt

Neue Vorwürfe gegen die US-Sicherheitsfirma Blackwater: Ehemalige Mitarbeiter berichten, sie seien im Irak bewusst zum Morden getrieben worden. Der Firmengründer sehe sich als christlicher Missionar, der den Islam eliminieren wolle.

SZ: "Kreuzzügler mit dem Auftrag, Muslime zu töten" - Blackwater

Zurück zu Militäreinrichtungen

Teilnehmer in diesem Forum: Keine registrierten Nutzer und 1 Gast